Business Intelligence (BI)
Business Intelligence integriert Daten aus operativen Systemen zu Reports und Dashboards. Im Mittelstand-Marketing der praktische Hebel — vor Predictive und KI.
Was ist Business Intelligence (BI)?
Business Intelligence (BI) ist die Disziplin, operative Daten aus verschiedenen Quellen (CRM, ERP, Marketing-Tools, Web-Analytics) zu Reports und Dashboards zu verdichten, die Geschäfts-Entscheidungen tragen. Klassische BI-Komponenten:
- ETL-Strecken (Extract, Transform, Load) — Daten aus Quellsystemen sammeln und vereinheitlichen
- Data Warehouse — zentrale Datenbank für analytische Auswertungen
- Reporting-Layer — Dashboards, Reports, Scorecards für unterschiedliche Empfänger-Gruppen
- Self-Service-Analytics — Fachbereiche bauen ihre Reports selbst, statt IT-Tickets zu schreiben
BI im B2B-Mittelstand — die typischen Use-Cases
- Marketing-Performance — Funnel-Reports über alle Kanäle hinweg, mit Cost-per-Lead und Pipeline-Beitrag
- Vertriebs-Reporting — Pipeline-Coverage, Sales-Velocity, Lead-Quellen-Analyse
- Kunden-Performance — Umsatz pro Kunde, Service-Auslastung, Cross-Selling-Potenziale
- Operations-Kennzahlen — Lieferzeiten, Reklamationsquoten, Auslastung
Warum BI vor Predictive Analytics kommt
In vielen Mittelstand-Projekten wird Predictive Analytics früh gepitcht — bevor eine saubere BI-Basis existiert. Das funktioniert selten:
- Predictive ohne BI = Vorhersagen ohne Bezug zur operativen Realität
- BI ohne Predictive = nützliche Reports, die Tag für Tag Entscheidungen tragen
Pragmatischer Pfad: erst BI, dann Predictive — und nur dort, wo Predictive einen messbaren Mehrwert über BI hinaus liefert.
Was BI nicht ist
BI ist kein Reporting-Selbstzweck. Reports, die niemand liest oder die niemand für Entscheidungen heranzieht, sind teure Bildschirm-Schoner. Vor dem ersten Dashboard steht die Frage: welche Entscheidung soll dieses Dashboard tragen, und wer trifft sie wann?