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RAAB Online-Marketing

Customer Journey

Die Customer Journey beschreibt die typischen Berührungspunkte eines Kunden mit einer Marke — von Bewusstsein über Recherche bis Kauf und Empfehlung.

Was ist eine Customer Journey?

Die Customer Journey ist die Abfolge der Berührungspunkte (Touchpoints) eines Kunden mit einer Marke — von der ersten Wahrnehmung bis zur langfristigen Bindung. Klassische Modelle gliedern sie in vier bis sechs Phasen:

  1. Awareness — der Kunde wird auf ein Problem oder eine Marke aufmerksam
  2. Consideration — der Kunde recherchiert und vergleicht Optionen
  3. Decision — der Kunde entscheidet sich für eine Option
  4. Retention — der Kunde nutzt das Produkt oder die Leistung
  5. Advocacy — der Kunde wird Empfehlungs-Geber

Im B2B-Mittelstand ist diese Logik richtig, aber zu grob. Echte B2B-Journeys haben mehr Schleifen, längere Pausen und mehr Akteure als das B2C-Lehrbuch suggeriert.

B2B-Customer-Journey vs. B2C — drei zentrale Unterschiede

  • Längere Zeiträume — Investitionsgüter im Mittelstand laufen typischerweise 3–18 Monate vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterschrift
  • Mehrere Entscheider — selten kauft eine Person; ein Buying-Center mit 5–7 Stimmen ist die Regel
  • Höhere Informations-Tiefe — Datenblätter, Compliance-Dokumente, Referenz-Calls, technische Tiefen-Bohrungen vor Vertrag

Was ein gutes Journey-Mapping leistet

Ein gutes Customer-Journey-Mapping leistet drei Dinge:

  1. Engpass identifizieren — wo verlieren wir die meisten Leads, und in welcher Phase?
  2. Botschaften pro Phase definieren — was muss in welcher Phase erfahrbar sein?
  3. Kanal-Zuordnung schärfen — welcher Kanal trifft welche Phase verlässlich?

Häufiger Fehler: Customer-Journey-Mapping wird als einmalige Workshop-Übung verstanden, deren Ergebnis dann an die Wand kommt und vergessen wird. Eine gute Journey-Map ist ein lebendes Arbeits-Dokument, das mit jeder neuen Mandate-Erkenntnis nachgeschärft wird.

Was eine Customer Journey nicht ist

Eine Customer Journey ist kein lineares Modell und kein universelles Schema. Reale B2B-Journeys haben Schleifen, Pausen, parallele Stränge und unerwartete Abkürzungen. Wer Journey-Mapping wie ein Flussdiagramm-Lehrbuch betreibt, optimiert auf ein Modell der Realität — nicht auf die Realität selbst.

Häufige Fragen

Was unterscheidet eine B2B- von einer B2C-Customer-Journey?
Drei Dinge: Länge (3–18 Monate statt Tage), Anzahl Entscheider (5–7 Buying-Center-Mitglieder statt einer Person) und Informations-Tiefe (technische Datenblätter, Compliance-Prüfung, Referenz-Calls). Standard-Journey-Modelle aus dem B2C-Lehrbuch greifen meist nicht — wir bauen Journey-Maps mit konkreten Mittelstand-Realitäten.
Warum braucht es überhaupt ein Customer-Journey-Mapping?
Ohne mapping verteilt man Content-Budget gleichmäßig — und verfehlt damit den Engpass. Mit einem ehrlichen Mapping zeigt sich oft: 80 % der Verluste passieren in einer einzigen Phase (typisch: Recherche oder Vergleich). Wer das weiß, kann Budget gezielt dorthin lenken, statt überall ein bisschen zu tun.